Beim Einspritz-/Zündsystem Marelli handelt es sich um den Typ “alfa/N”, bei dem der Drehzahlbereich des Motors und die Drosselklappenposition als Hauptparameter für die Messung der angesaugten Luftmenge verwendet werden; denn ist die Luftmenge bekannt, wird die jeweilige Kraftstoffmenge in Abhängigkeit zur gewünschten Mischung zugemessen. Weitere Sensoren im System (Motorsensor, Umgebungsdrucksensor, Öltemperatursensor, Lufttemperatursensor und Lambdasonde für CO-Kontrolle) ermöglichen im Fall besonderer Betriebsbedingungen die Korrektur der Grundeinstellung. Die Motordrehzahl und der Drosselklappenwinkel gestatten ferner unter jeglichen Betriebsbedingungen die Berechnung der jeweils optimalen Zündvorverstellung. Die von jedem Zylinder in jedem Takt angesaugte Luftmenge hängt von der Luftdichte im Ansaugkrümmer, vom Zylinderhubraum und vom Liefergrad ab.
Was den Liefergrad anbelangt, wird dieser versuchsweise am Motor über den gesamten Betriebsbereich des Antriebs (Drehzahl und Belastung des Motors) festgelegt. Mit den so erhaltenen Werten wird eine Mappe angelegt, die in der
Flash Eprom des Steuergeräts
I.A.W 5 AM2, für das Management der Einspritzung gespeichert wird. Die
Flash Eprom kann über Seriallinie programmiert werden. Bei der Ansteuerung der Einspritzdüsen handelt es sich um einen "sequentiell und phasengesteuerten" Typ, d.h. ihre Steuerung erfolgt nicht parallel. Die Kraftstoffabgabe kann für jeden Zylinder von der Ausdehnungsphase an beginnen und sich bis zur bereits eingeleiteten Ansaugphase fortsetzen. Die Steuerzeit für das Einspritzende (Schließmoment der Einspritzdüsen) ist in einem spezifischen Speicher enthalten, der im
Flash Eprom des elektronischen Steuergeräts abgelegt ist. Die Zündung erfolgt statisch mit induktiver Entladung mit einer Kontrolle des "dwell", wodurch die Ladung der Spulen mit konstanter Energie gesichert wird. Die Leistungsmodule für die Speisung der Zündspulen sind in der Hardware des Steuergeräts integriert und die Zündvorverstellungskurven immer in der
Flash Eprom gespeichert. Die Spulen und die Leistungsmodule werden vom Steuergerät kontrolliert, das die Zündverstellung erarbeitet.


Das Motorsteuersystem (Zündung - Einspritzung) verfügt über eine Reihe von Sensoren, die für die Korrektur der Verbrennung in Abhängigkeit zum Luftdruck und zur Lufttemperatur und der Motorbelastung erforderlich sind. Ein Sensor für die Aufnahme des Absolutdrucks und der Lufttemperatur (4) ist an der rechten Seite des Scheinwerferhalters angebracht und misst den Umgebungsdruck und sendet diese Information an das Steuergerät, so dass hier die erforderlichen Änderungen bezüglich der einzuspritzenden Kraftstoffmenge vorgenommen werden können, falls das Motorrad in unterschiedlichen Höhen (z.B. Fahrt die auf Meeresebene beginnt und in einer Höhenregion endet) gefahren wird; darüber hinaus ermöglicht er dem Steuergerät in Abhängigkeit zur Luftdichte entsprechende Korrekturen anzusetzen. (Unter Berücksichtigung eines konstanten Luftvolumens, ist bei hoher Temperatur im Volumen weniger Luft vorhanden und aus diesem Grund weniger Sauerstoff, während bei niedrigerer Temperatur im Volumen mehr Luft und demzufolge mehr Sauerstoff vorhanden ist.
Wird der Zündschlüssel auf ON gedreht, aktiviert das elektronische Steuergerät einige Sekunden lang die Kraftstoffpumpe, so dass die hydraulische Versorgungsanlage luftverdichtet wird. Es werden die Signale bezüglich der Gasöffnung und der Motortemperatur erarbeitet. Wird der Motor vom Anlassmotor in Umdrehung gebracht, erhält das Steuergerät auch das Signal der Drehzahl und der Steuerzeit und sorgt für das Aktivieren der Einspritzung und Zündung. Um den Anlass des Motors zu erleichtern, wird das Gemisch in Abhängigkeit zur Motortemperatur angereichert. Beim Anlass wird die Zündvorverstellung so lange auf 0° gehalten, bis der Motor läuft. Das Steuergerät beginnt dann, je nach im Speicher abgelegten Werten und den aufgrund der Luft- und Motortemperaturen erforderlichen Korrekturen, mit der Verwaltung der Zündvorverstellung selbst.