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Elektronisches Steuergerät
Beim Steuergerät (1) des Motorsteuersystems handelt es sich um eine elektronische Digitaleinheit mit Mikroprozessor.
Sie steuert die Einspritzdüsen und die Zündspulen und reguliert damit, in Abhängigkeit zum jeweiligen von einer Reihe der nachstehend aufgelisteten Sensoren übermittelten Motorbetriebszustand, die Versorgung und die Zündung.
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Darüber hinaus erfasst das Steuergerät die Versorgungsspannung der Batterie um die Öffnung der Einspritzdüsen und die Ladung der Zündspulen entsprechend anpassen zu können.
Die vom elektronischen Steuergerät bestimmten Größen sind folgende:
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Wichtig
Die Speicher, die die Zündvorverstellungswerte, die Einspritzzeiten, den Winkelbezug an der Kurbelwelle, bei dem alle Einspritzdüsen und alle Kurven, bei denen die Einspritzdüsen geschlossen werden müssen, ebenso wie die Korrekturkurven in Abhängigkeit zu den Umgebungstemperaturen und -druck enthalten, sind im Flash Eprom des Steuergeräts gespeichert. Diese Einstellungen werden vom Hersteller auf Basis von Tests in den unterschiedlichsten Einsatzbedingungen des Motorrads vorgenommen.
Sie können nicht geändert werden.
Abnahme des elektronischen Steuergeräts
Um das elektronische Steuergerät entfernen zu können, muss zunächst der Kraftstofftank (Abschn. L 2, Abnahme des Kraftstofftanks) abgenommen werden, dann die beiden Stecker (1) und (2) des Steuergeräts abziehen, die Befestigungsschrauben (3) lösen und daraufhin das Massekabel (4) des Steuergeräts von der Schraube (3) lösen.
Auch die andere Schraube (3) lösen, dann das Steuergerät abnehmen.
Montage des elektronischen Steuergeräts
Das Steuergerät (auf der rechten Seite des Motorrads) am Batteriehalter (5) montieren, dazu die beiden Schraube (3) ansetzen.
Zwischen der hinteren Schraube und dem Steuergerät muss das Massekabel (4) der Abbildung entsprechend ausgerichtet werden.
Achtung
Um beim Ausrichten des Steuergeräts Fehler vermeiden zu können, muss berücksichtigt werden, dass die Stifte (A) nach rechts zeigen müssen (zur Fahrtrichtung gesehen).
 
Die Schrauben auf das vorgeschriebene Anzugsmoment bringen (Abschn. C 3, Anzugsmomente - Motor).
Der Stecker (1) hat eine graue Klemme (Rahmenteil - body), während der Stecker (2) eine schwarze Klemme (Motorteil - engine) aufweist.
Wichtig
Nach einem Austausch des Steuergeräts muss die "Nullsetzung des Drosselklappenpotentiometers (TPS)" (Abschn. D 5) unter Anwendung des Diagnoseinstruments "DDS" vorgenommen werden.
 
Prüfen, ob die Führung (B) des Steckers (1) sich in der Position “offen” (siehe Abbildung) befindet.
Den Stecker des Steuergeräts auf Achse bis auf Anschlag anstecken.
Die Führung (B) bis zur Blockierung des Steckers (Position der Führung “geschlossen”) drehen.
Die gleichen Arbeitsschritte auch im Fall des anderen Steckers (2) vornehmen.
Prüfen, ob sich die Führung des Steckers in der Position "offen" befindet.
Den Stecker des Steuergeräts auf Achse bis auf Anschlag anstecken.
Die Führung bis zur Blockierung des Steckers (Position der Führung “geschlossen“) drehen.
Elektromagnetische Einspritzdüse
Die Einspritzdüsen (1) geben die für den perfekten Motorbetrieb erforderliche Kraftstoffmenge ab.
Das Steuergerät steuert deren Öffnung und ermöglicht dadurch den Umlauf in einer elektromagnetischen Spule, die durch das Erstellen eines Magnetfelds, einen Anker anzieht. Dadurch wird der Sprüheffekt geschaffen. Berücksichtigt man die physischen Eigenschaften des Kraftstoffs als konstant (Viskosität, Dichte), hängen der von der Einspritzdüse abgegebene Durchsatz und der Drucksprung (vom Kraftstoffdruckregler kontrolliert), die eingespritzte Kraftstoffmenge von der Öffnungszeit der Einspritzdüse ab. Die Zeit wird in Abhängigkeit der Einsatzbedingungen des Motors vom Steuergerät festgelegt. In dieser Weise wird die korrekte Versorgung eingeleitet.
Das Einspritzventil besteht aus einer Aufnahme (2) und aus einer Nadel (3), die fest mit dem Magnetanker (4) verbunden ist. Die Nadel wird durch eine Schraubenfeder (5) in ihren Sitz gedrückt; die Belastung der Feder erfolgt durch einen einstellbaren Stössel (6). Im hinteren Teil des Körpers befindet sich die Wicklung (7), im vorderen Teil die Nase des Einspritzventils (Dichtungssitz und Nadelführung) (8).
Für den Ausbau und die erneute Montage der Einspritzdüsen muss Bezug auf den Abschnitt L 6 genommen werden.
Hinweis
Für die Kontrolle der korrekten Funktion der Einspritzdüse das Diagnoseinstrument "DDS" verwenden und die Angaben im Paragraph "Angeleitete Diagnose" (Abschn. D 5) befolgen.
 
Der Kraftstoff muss gleichmäßig austreten und der Strahl muss ohne Tropfenbildung zerstäubt werden.
Längere Stillstandzeiten des Motors mit vollem Kraftstoffversorgungssystem sind zu vermeiden. Der Kraftstoff könnte die Einspritzdüsen verstopfen und sie demzufolge unbrauchbar machen. Im Fall von längeren Stillstandzeiten ist regelmäßig ein spezieller Zusatz “TUNAP 231” in den Kraftstofftank zu geben, der zur Reinheit der kritischen Durchflußstellen im Kraftstoffsystem beiträgt.
Lambdasonde
Bei der im Auspuffrohr angeordneten Lambdasonde (1) handelt es sich um einen Sensor, der dem Steuergerät Informationen bezüglich der in den Abgasen enthaltenen Sauerstoffmenge übermittelt. In dieser Weise ist das elektronische Management in der Lage, das optimale Luft-/Kraftstoffgemisch aufrecht zu erhalten.
Die Außenfläche des Zirkondioxid-Elements steht mit den Abgasen, die Innenfläche dagegen mit der Umgebungsluft in direktem Kontakt. Beide Oberflächen sind mit einer dünnen Platinschicht überzogen. .Die Sauerstoff-Ionen passieren die Keramikschicht und laden dabei die Platinschicht elektrisch auf, die sich daraufhin wie eine Elektrode verhält: Das erzeugte elektrische Signal wird vom Anschlusskabel im Ausgang des Sensors erfasst.
Das Zirkondioxid-Element wird für die Sauerstoff-Ionen ab einer Temperatur von ungefähr 300°C leitfähig.
Erweist sich die Sauerstoffkonzentration an den beiden Flächen des Sensors als unterschiedlich, wird dank der besonderen physikalischen Eigenschaften des Zirkondioxids eine Spannung erzeugt. Liegt ein mageres Gemisch vor, ist die Spannung des Signals niedrig, im Fall eines fetten Gemischs ist die Spannung dagegen hoch.
Der typische Sprung der Signalintensität erfolgt, wenn das "Luft-/Kraftstoff-Verhältnis" 14,7 zu 1 ist (14,7 Teile Luft auf 1 Teil Kraftstoff) und wird mit "Lambda 1" bezeichnet. Dieses Verhältnis wird auch als Index einer vollständigen Verbrennung betrachtet, daher stammt dann auch der Name "Lambdasonde".
Lambda = 1 bedeutet ein Gemisch im stöchometrischen Verhältnis
Lambda >1 bedeutet ein mageres Gemisch
Lambda <1 bedeutet ein fettes Gemisch
Das Kontrollsystem des Luft-/Kraftstoffgemischs wird von der Lambdasonde gesteuert, die bei Erreichen einer Temperatur von über 300°C zum Einsatz kommt: Das Keramikmaterial beginnt bei einer Temperatur von ungefähr 300°C Sauerstoffione zu leiten. Beginnt das Verhältnis zwischen den beiden Endteilen der Sonde unterschiedlich auszufallen, wird zwischen den beiden Elektroden aufgrund der besonderen Komposition des Materials eine elektrische Spannung erzeugt. Dies ermöglicht die Messung der Differenz zwischen den Abgasen und der Umgebung. Die im verbrannten Gase des Motors enthalten noch einen Sauerstoffrestgehalt, wenn das in die Brennkammer geleitetet Luft-/Kraftstoffgemisch nicht korrekt ist. Daher ist es möglich auf das elektronische, für die Einspritzung zuständige Steuergerät einzuwirken, um dem Motor schließlich immer das optimale Gemisch zu gewährleisten.
Zum Entfernen der Lambdasonde (1) muss sie aus dem Auspuff ausgeschraubt werden.
In der erneuten Montagephase die Sonde auf das vorgeschriebene Anzugsmoment (Abschn. C 3, Anzugsmomente - Fahrwerk) bringen.
Lufttemperatur-/-drucksensor
Dieser Sensor wird vom elektronischen Steuergerät versorgt und liefert den Wert des absoluten Luftdrucks an einem neutralen Bereich des Motorrads ohne Turbulenzen und gleichzeitig dazu den der Temperatur. Die übermittelten elektronischen Signale erreichen das elektronische Steuergerät wo sie für die Korrektur gemäß der gemessenen Temperatur und Druck verwendet werden.
Hinweis
Für den Funktionstest dieser Komponente muss man über das Diagnoseinstrument "DDS" verfügen und die Angaben unter dem Paragraph "Angeleitete Diagnose" (Abschn. D 5) befolgen.
Ausbau des Lufttemperatur-/-drucksensors
Vor der Abnahme des Luftdruck-/-temperatursensors (1) den Scheinwerfer (Abschn. P 4, Austausch des Scheinwerfers) abnehmen, den Stecker (3) des Hauptkabelbaums vom Sensor lösen, die Befestigungsschraube (2) des Sensors lösen und vom vorderen Rahmenaufsatz nehmen.
Montage Lufttemperatur-/-drucksensors
In der für die Abnahme befolgten Reihenfolge umgekehrten Folge vorgehen, dabei die Befestigungsschraube des Sensors (2) auf das vorgeschriebene Anzugsmoment (Abschn. C 3, Anzugsmomente - Fahrwerk) bringen.
Nach erfolgter Montage den Stecker (3) wieder am Sensor anschließen.
Den Scheinwerfer erneut montieren (Abschn. P 4, Austausch des Scheinwerfers).
 
Zündkerze
Den Zündkerzenschacht mit Druckluft ausblasen, so dass der vorhandene Schmutz vor dem herausnehmen der Zündkerzen entfernt wird.
Den Zündkerzenstecker (1) von den Zündkerzen in beiden Zylinderköpfen abziehen, dann die Zündkerzen herausnehmen und dabei vermeiden, dass Fremdkörper in die Verbrennungskammer gelangen.
Wichtig
Den Abstand zwischen mittlerer und seitlicher Elektrode prüfen.
Sollte dieser Abstand nicht mit der vorgeschriebenen Distanz übereinstimmen oder sollte die Zündkerze durch erhebliche Kohleablagerungen verkrustet sein, wird ihr Austausch empfohlen.
Die Zündkerze wieder im Zylinderkopf montieren, dabei erst über die gesamte Gewindelänge von Hand anschrauben.
Auf das vorgeschriebene Anzugsmoment bringen (Abschn. C 3, Anzugsmomente - Fahrwerk).
Die Zündkerzenstecker (1) erneut montieren.
Wichtig
Keine Zündkerzen mit unangemessenem Wärmegrad oder abweichender Gewindelänge verwenden. Die Zündkerze muss gut angezogen werden. Eine lockere Zündkerze kann sich überhitzen und so den Motor beschädigen.
 
Zündkerzentyp
Marke: NGK
Typ: DCPR8E
Marke: Champion
Typ: RG4HC
Spule
Es handelt sich um eine Zündung mit induktiver Entladung. Die Spule empfängt das Steuersignal vom I.A.W.-Steuergerät, welches die Zündvorverstellung berechnet. Das Leistungsmodul (im Steuergerät) gewährleistet durch Einwirken auf den Schließwinkel “Dwell” außerdem eine konstante Zündenergie.
Die Spule des waagrechten Zylinderkopfs (1) ist unter de Luftfilterkasten angeordnet, für ihr Abnahme muss daher erst der Filterkasten (Abschn. L 7, Abnahme des Luftfilterkastens) abgenommen werden.
Die Spule des senkrechten Zylinderkopfs (2) ist im hinteren Bereich des Motorrads, in der Nähe des Rads, angeordnet.
Für den Ausbau der Spule (1) das Zündkerzenkabel (3) lösen.
Die Muttern (4) entfernen, dabei auf die Unterlegscheiben achten.
Die Spule (1) vom Plättchen (5) abnehmen.
Vor den Ausbau der Spule (2) muss das Kabel der Zündkerze (6) gelöst werden, dann die Schrauben (7) entfernen.
Die Spule (2) entfernen.
Bei der erneuten Montage muss man in der dem Ausbau umgekehrten Weise verfahren und dabei darauf achten, dass die Muttern (4) und die Schrauben (7) auf das vorgeschriebene Anzugsmoment (Abschn. C 3, Anzugsmomente - Fahrwerk) angezogen werden.
Hinweis
Für die Kontrolle eventueller Defekte an diesen Elementen das Diagnoseinstrument "DDS" verwenden und die Angaben im Paragraph "Angeleitete Diagnose" (Abschn. D 5) befolgen.
Drosselklappenpotentiometer
Der Potentiometer wird vom elektronischen Steuergerät versorgt, an das ein Signal bezüglich der Drosselklappenstellung übertragen wird. Diese Information ist das indirekte Maß der Motorbelastung und wird vom Steuergerät als Hauptkennwert für die Bestimmung der Dosierung der Kraftstoffmenge und der Zündvorverstellung verwendet.
Hinweis
Für die Überprüfung dieses Elements das Diagnoseinstrument "DDS" verwenden und die Angaben im Paragraph "Angeleitete Diagnose" (Abschn. D 5) befolgen.
Es ist nicht möglich, nur den Potentiometer als Einzelteil auszuwechseln. Bei Störungen an dieser Komponente müssen der gesamte Drosselklappenkörper ausgetauscht (Abschn. L 6, Ausbau des Drosselklappenkörpers) und das Nullsetzverfahren des Potentiometers (Abschn. D 5, Nullsetzung des Drosselklappenpotentiometers (TPS)) vorgenommen werden.
Drehzahl-/Steuerzeitensensor
Bei dem verwendeten Sensor handelt es sich um einen Induktionsgeber: Er ist dem Steuerzahnrad gegenüber angeordnet und in der Lage, die 46 Zähne sowie die 2 Zähnen entsprechende Zahndiskontinuität zu erfassen.
Das vom an das Steuerzahnrad der Steuervorgelegewelle gepassten "Pick-up" kommende Signal wird vom Steuergerät für die Erfassung der Motordrehzahl verwendet und als Steuerzeitenbezug.
Hinweis
Für die Kontrolle eventueller Defekte an diesen Elementen das Diagnoseinstrument "DDS" verwenden und die Angaben im Paragraph "Angeleitete Diagnose" (Abschn. D 5) befolgen.
 
Im Hinblick auf den Austausch des Sensors und die Kontrolle des Luftspalts verweisen wir auf das Kapitel „Schwungrad - Lichtmaschine" (Abschn. N 8).
Haupt- und Einspritzrelais
Das Relais (1) ist neben der Batterie angeordnet und am Halter der Batterie befestigt.
Vor dem Ausbau des Relais ist das Anheben des Kraftstofftanks (Abschn. L 2, Abnahme des Kraftstofftanks) erforderlich.
Das Relais von der elektrischen Anlage lösen und eine Spannung von 12V (Batterie) zwischen den Kontakten (86) und (85) (kleine Kontakte) anlegen: Es muss ein Auslösegeräusch hörbar sein, welches auf die Funktionstüchtigkeit des innenliegenden Elektromagneten hinweist.
Einen Multimeter an die Kontakte (30) und (87) (große Kontakte) schließen und die elektrische Kontinuität prüfen (Abschn. P 9, Diagnoseinstrumente, bezüglich der Funktionsweise des Multimeters). Der am Instrument angezeigte Widerstand muss an den Nullwert reichen und, falls vorhanden, muss ein Kontinuitätssignal abgegeben werden. Andernfalls das Element ersetzen.