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Ersatzteilkatalog
Wichtig
Die fett gedruckten Bezugsnummern weisen auf ein Bestandteil hin, das nicht in der neben dem Text stehenden Abbildung angegeben ist, sondern auf den Tafeln der Explosionszeichnungen am Kapitelbeginn dargestellt wird.
 
Beschreibung der APTC-Kupplungseinheit
Beim APTC-System handelt es sich um eine Kupplung mit Drehmomentenunterstützung und Antihoppingfunktion für das Bremsverfahren.
Die Vorteile dieses Systems sind folgende:
- verhindert die übermäßige und lästige Motorbremsung beim Herunterschalten und gewährleistet damit ein zügiges und sauberes Einfahren in die Kurvenlage (Antihopping);
- reduziert die erforderliche Kraft, die für das Auskuppeln erforderlich ist. Die auf den Kupplungshebel einwirkende Belastung wird reduziert ohne dass dabei das Feeling des Fahrers beim Einwirken auf den Hebel geändert wird (Unterstützung).
Das APTC-System besteht aus einer gekerbten Schrägkerbenpassung unter den beiden Teilen, die die Kupplungstrommel bilden.
Diese Passung nutzt die Axialkomponente des Antriebsdrehmoments (Motorrad in Beschleunigung ) oder des Bremsmoment (Motor beim Abdrosseln) und schafft dadurch, im ersten Fall, die Unterstützung und, im zweiten Fall, den Antihoppingeffekt.
In der Praxis erfolgt also folgendes, in der Beschleunigung (also unter den Antriebsdrehmoment) neigt das Kupplungsscheibenpaket dazu stärker belastet zu sein (durch die anfangs weniger gespannten Federn) während in den an der Grenze liegenden Abdrosselungen, der Bremsmoment dazu beiträgt, die zu entlasten und so das Rutschen der Kupplungsscheiben einleitet.
Vor Eingriffen an Komponenten im Kupplungsinnern sollte diese erst auf eventuelle Funktionsstörungen hin geprüft werden, damit später gezielt vorgegangen werden kann.
In Folge listen wir eine Reihe möglicher Ursachen für Störungen an der Kupplung oder der Ausrückvorrichtung auf.
Eine Kupplung, die nicht trennt, kann von folgenden Störungen abhängig sein:
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Eine Kupplung, die durchrutscht, kann von folgenden Störungen abhängig sein:
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Eine laute Kupplung kann von folgenden Störungen abhängig sein:
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Ausbau der APTC-Kupplung
 
Die Befestigungsschrauben (1) lösen, dann die Unterlegscheiben (2) und den Scheibendruckteller (5) lösen.
Die Scheibendruckplatte (5) abziehen und dabei auf den Kupplungssteuerbolzen (3) achten. Falls erforderlich, unter Anwendung eines Dorns mit angemessenem Durchmesser nun auch das an der Innenseite der Scheibendruckplatte (5) montierte Lager (6) entfernen.
Die drei Werkzeuge 88713.2591 in die entsprechenden Sitze an der Nabe (13) einschrauben.
Die Kupplungsglocke mit dem Werkzeug 88713.2556 blockieren, dann die Klemmmutter (8) lösen.
Die Sicherungsscheibe (9) entfernen.
Die Einheit aus Nabe-Kupplungsscheiben-Trommel aus der Kupplungsglocke (A) mit Hilfe der Werkzeuge 88713.2591 herausnehmen.
Das Distanzstück (11) aus der Kupplungsglocke herausziehen.
Zerlegen der Einheit aus Kupplungsnabe,-scheiben und -trommel
Die drei Werkzeuge 88713.2591 lösen.
Die Nabe (13) und die Kupplungsscheiben (7) von der Kupplungstrommel (10) abziehen. Die drei Federn (12) abnehmen.
Die Reihe der Kupplungsscheiben (7) von der Nabe (13) nehmen.
Wichtig
Beim Abziehen der Kupplungsscheiben sollten diese aneinander in ihrer ursprünglichen Montagesequenz aneinander gepasst bleiben sie dann, falls erforderlich auch zusammengebunden, ablegen.
Revision und Kontrollen an den Kupplungsorganen
Spiel zwischen Kupplungsglocke und Treibscheibe
Die Treibscheibe (A) in die Kupplungsglocke (B) einsetzen, dann mit einem Dickenmesser das vorhandene Spiel (S) messen:
Das Spiel "S" darf 0,6 mm nicht überschreiten.
Ist dies der Fall, die Scheiben und eventuell auch die Kupplungsglocke austauschen.
Revision der Kupplungsscheiben
Die Kupplungsscheiben dürfen keine verbrannte Stellen, Rillen oder Verformungen aufweisen.
Die Stärke der Mitnehmerscheiben (die mit Reibebelag) messen; sie darf nicht unter 3,2 mm liegen.
Wichtig
Die Gesamtstärke des Kupplungsscheibenpakets darf nicht unter 50,2 mm liegen.
 
Die jeweiligen Scheibe auf eine ebene Fläche legen und unter Anwendung eines Dickenmessers den Schlag ausmessen.
Max. Planlaufabweichung: 0,2 mm.
Revision des Scheibendruckdeckels
Den Zustand des Lagers (6) überprüfen. Sollte ein übermäßiges Spiel vorliegen, muss es ausgetauscht werden.
Die Fläche, die mit der letzten geführten Kupplungsscheibe in Kontakt kommt überprüfen; sollte sie sehr verkratzt sein, sie auf einer Reißfläche mit Diamantschleifmittel (Stärke 6÷12 Mikron) so lange durch Hin- und Herbewegen nachschleifen bis man eine gleichmäßige Fläche erhält.
Ebenso den Zustand der Federführungsbecher (A) des Scheibendruckdeckels (5) kontrollieren und, bei jeder Revision, die Federhalteteller (2) durch neue ersetzen.
Revision der Scheibendruckfedern
Die freie Länge “L” jeder Feder (4) messen.
Mindestlänge: 41 mm.
Alle Federn, die eine Länge unter diesem Grenzwert aufweisen, müssen ausgewechselt werden.
Zusammenstellung der Einheit aus Kupplungsnabe, -scheiben und -trommel
Auf die Kupplungstrommel (10) die drei Federn (12) über die Bolzen (A) fügen.
Das Kupplungsscheibenpaket (7) über die Nabe (13) legen, dabei mit einer der 11 Treibscheiben (B) beginnen, die man dann abwechselnd mit den 10 Mitnehmerscheiben (C) einfügt.
Das Kupplungsscheibenpaket (7) mit Nabe (13) auf die Trommel (10) montieren.
Achtung
Bei der erneuten Montage der Trommel (10) mit der Nabe (13) müssen die Kerben (D) und (E) untereinander auf Flucht gebracht werden.
Die drei Werkzeuge 88713.2591 einfügen und damit die Nabe (13) an der Trommel (10) fixieren.
Die drei Werkzeuge 88713.2591 manuell festschrauben, dabei mit der Hand das Kupplungsscheibenpaket gemeinsam mit der Nabe (13) andrücken und so dem von den Federn (12) geleisteten Widerstand gegenwirken.
Hinweis
Die drei Werkzeuge 88713.2532 so lange anziehen, bis das Kupplungsscheibenpaket etwas unter Belastung kommt.
Montage der APTC-Kupplung
Das Distanzstück (11) auf die Kupplungsglocke (12) setzen.
Die Einheit aus Kupplungsnabe, -scheiben und -trommel in die Kupplungsglocke (12) einfügen.
Hinweis
Die letzte Kupplungsscheibe (A) so ausrichten, dass die den anderen gegenüber als phasenversetzt resultiert.
 
Die Sicherheitsscheibe (9) auf die Primärgetriebewelle fügen.
Das vorgeschriebene Fett auf das Gewinde der Mutter (8) und das Gewinde der Primärwelle auftragen, dann die Mutter mit der Hand bis auf Anschlag an der Primärwelle anziehen.
Die Kupplungsglocke mit dem Werkzeug 88713.2556 blockieren, so dass eine Gegenwirkung beim Anzug der Mutter (8) gewährleistet wird.
Die Mutter (8) auf das vorgeschriebene Anzugsmoment (Abschn. C 3) bringen.
Die drei Werkzeuge 88713.2591 lösen.
Den Scheibendruckdeckel (5) in der Nabe (13) montieren.
In jede Aufnahme eine Feder (4) und eine Unterlegscheibe (2) einlegen.
Die Schrauben (1) über Kreuz auf das vorgeschriebene Anzugsmoment bringen (Abschn. C 3).
Das Werkzeug 88713.2556 abnehmen.