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Hinsichtlich der Beschreibung des Diagnoseinstruments "DDS" ist Bezug auf den Abschn. D 5, Diagnoseinstrument DDS zu nehmen.
Einsatz des Multimeters für die Kontrolle elektrischer Anlagen
Einleitung
Dieses Instrument ermöglicht ein Messen von Widerständen, Spannungen und Stromwerten. Die Multimeter lassen sich in zwei große Familien unterteilen: Familie mit analoger Maßangabe und Familie mit digitaler Anzeige. Die erst genannte verfügt über eine Messuhr mit Zeiger. Am Quadranten werden die Skalen für die Messung der unterschiedlichen Größen wiedergegeben. Der zweite Multimetertyp hat ein Display auf dem die Ziffern angezeigt werden, die den Wert der gemessenen Größe angeben. Ein Wählschalter oder unterschiedliche Anschlüsse, in die die beiden elektrischen Taster des Multimeter eingefügt werden können, ermöglichen die Eingabe des gewünschten Messungstyps (Spannung, Strom oder Widerstand). In einigen Fällen muss auch der Skalenendwert eingegeben werden. Möchte man beispielsweise eine Spannung von 12 V messen, muss ein Skalenendwert gewählt werden, der diesem Wert am nächsten liegt (z.B. 15 V oder 20 V). Logischerweise wäre hier die Eingabe eines Skalenendwerts von 10V nicht korrekt. Ähnliches gilt im Fall der Strommessung (Ampere) oder für die Widerstände (Ohm). Manche Instrumente sind in der Lage, den Skalenendwert automatisch festzulegen. Der max. am Instrument für die Messung der Spannung und des Stroms zulässige Wert darf nie überschritten werden.
Hinweis
Das Diagnoseinstrument “DDS” (Abschn. D 5, Diagnoseinstrument DDS) kann als digitales Multimeter verwendet werden.
Messung der Spannungswerte
Für die Messungen der Spannungswerte müssen die Taster des Multimeters immer parallel an der elektrisch gespeiste Element geschlossen werden (z.B. an die beiden Drähte, die zu einer Glühlampe führen oder an die beiden Drähte, die für die Versorgung eines Relais zuständig sind, an die beiden Batterieklemmen oder die beiden Drähte, die ein Steuergerät versorgen). Die Spannungen können im Zeitablauf konstant (Gleichspannung) oder variabel (Wechselspannung) ausfallen. Im ersten Fall hat man eine negative und eine negative Polarität vorliegen. Am Multimeter muss man also auch den Typ der zu messenden Spannung anwählen. (Die Gleichspannung wird durch das Symbol = und die Wechselspannung mit dem Symbol ~ gekennzeichnet).
Messung der Stromwerte
Für die Messungen der Stromwerte müssen die Taster des Multimeters in Reihe an das elektrisch gespeiste Element geschlossen werden (z.B. muss ein Draht abgezogen werden, der eine Glühlampe versorgt und an das Ende dieses Drahts ein Taster des Multimeters geschlossen werden, der andere an die Glühlampe. Durch Betätigen des Lichtumschalters leuchtet die Glühlampe normalerweise auf und das Instrument zeigt den Wert des aufgenommen, also im betreffenden Draht vorhandenen Stroms an). Achtung: Die Serienanschlüsse müssen immer ohne Spannungsbeaufschlagung vorgenommen und gelöst werden. Eine Serienverbindung darf nie gelegt oder entfernt werden, wenn eine Vorrichtung gespeist wird. Sich immer darüber vergewissern, dass die Reihenverbindung der Testertaster an der elektrischen Vorrichtung, in einer sicheren Weise realisiert wurde und sich nicht plötzlich lösen kann.
Messung der Widerstände und der Stromkontinuität
Die Messung der Widerstände dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn das elektrische Element oder der Schnitt der elektrischen Anlage nicht gespeist werden und von der elektrischen Hauptanlage isoliert sind (also nicht an die elektrische Hauptanlage geschlossen). Diese Messungen können für die Widerstandskontrolle einiger Sensoren verwendet werden. Nach dem Lösen der elektrischen Verbindung des Drehzahl-/Steuerzeitensensors der Zünd-/Einspritzanlage (vor dem Steuerzahnrad der Steuerwelle) kann beispielsweise durch den Anschluss des Multimeters an seine Kabelenden sein interner Widerstand geprüft werden. In dieser Weise kann geprüft werden, ob die innere Wicklung des Sensors unterbrochen ist (in diesem Fall ist der Widerstand unendlich). Die Messung des Widerstands kann auch für die Kontrolle der Kontinuität auf Abschnitten der elektrischen Anlage oder von Schaltern und Relais geprüft werden. Um zum Beispiel die Integrität eines Bereichs der elektrischen Anlage zwischen zwei Verbindungen prüfen zu können, müssen die Verbindungen selbst gelöst und die Taster des Multimeters an die beiden Enden des elektrischen Kabels geschlossen werden, dann kann man den angegebenen Widerstandswert prüfen. Befindet sich dieser Wert nahe am Wert Null (unter 0,3 Ohm) ist das Kabel nicht unterbrochen.
Einige dieser Instrumente verfügen auch über ein akustisches Signal, das auslöst, wenn sich der Widerstand dem Wert Null nähert. Das gleiche Verfahren ist auch dann zu befolgen, wenn z.B. geprüft werden soll, ob sich die beiden Kontakte eines Schalters (Relais oder manuell) regulär schließen. Die Taster des Multimeters müssen an die Enden des Schalters geschlossen werden, dann bei Schließen des Schalters prüfen, ob der Widerstandwert an der Null liegt (oder auf das Tonzeichen warten). Um überprüfen zu können, ob das Multimeter im Modus "Kontrolle der Stromkontinuität" korrekt funktioniert, muss man seine beiden Taster untereinander kurzschließen. Der angegebene Widerstandswert muss praktisch gleich Null und es muss das Tonzeichen zu hören sein.
Schutzvorrichtungen und -maßnahmen
Das Multimeter verfügt über Schmelzsicherungen und Batterien. Diese Elemente müssen sich immer in einem perfekten Zustand befinden, so dass dem Instrument eine korrekte Funktionsweise gesichert werden kann. Bei elektrischen Messungen ist immer höchste Vorsicht geboten, um Kurzschlüsse zu vermeiden, die irreparable Schäden am elektrischen System und Verletzungen verursachen können. Alle Instandhaltungseingriffe dürfen nur dann ausgeübt werden, wenn keine Spannung anliegt (vorsorglich die Batterie abstecken). Das Multimeter darf für die Messung von Stromwerten NIEMALS parallel und für Spannungsmessungen NIEMALS in Reihe angeschlossen werden.