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Kontrolle des Nachladesystems
Zur Überprüfung des Stromflusses im Nachladesystem des Motorrads kann das Diagnoseinstrument “DDS” verwendet werden, das mit einem Stromklemmzange ausgestattet ist.
Bezug auf das Kapitel “Kontrolle des Stroms der Nachladeanlage”, Abschn. D 5, nehmen. Mit dem Diagnoseinstrument DDS kann überprüft werden, unter welchen Bedingungen des Motorbetriebs die Lichtmaschine so viel Strom abgibt, der ausreicht, um die Batterie nachzuladen, das Einspritz-/Zündsystem und alle elektrischen Verbraucher am Motorrad zu versorgen. Der Stromklemmgeber erhebt das vom Strom erzeugte Magnetfeld, welches durch das Kabel, an dem er angeklemmt ist, fließt. Das Instrument kalibriert sich automatisch mit seinem Geber.
Steht am gemessenen Stromwert das Positivzeichen, bedeutet dies, dass alle Verbraucher von der Lichtmaschine gespeist werden und die Batterie nachgeladen wird. Weist der Stromwert ein Negativzeichen auf, bedeutet dies, dass die Nachladeanlage die Abnehmer nicht zu versorgen in der Lage ist und dass ein erheblicher Teil des Stroms vom Akkumulator geliefert werden muss, der sich in der Entladephase befindet.
Es kann auch ein Multimeter (Abschn. P 9, Diagnoseinstrumente) verwendet werden: Die Taster des Multimeters an die Batterieanschlüsse schließen, am Multimeter die Position der Gleichspannung einstellen und eine Position von 14,50,5 bei einer Motordrehzahl von 3000 Umdrehungen erfassen.
Wichtig
Sollte der Stromklemmgeber umgekehrt am Kabel angeklemmt werden, werden die Werte ein Zeichen vorstehen haben, was nicht dem reellen Zeichen entspricht, was letztendlich eine falsche Diagnose zum Ergebnis hat.
 
Nachladen der Batterie
Auf der Etikette an der Batterie, auf der die Kontrollzeiten angegeben werden, kontrollieren, wann die Spannungskontrolle erfolgen muss.
Die Batterie mit einer unter 12,8 V liegenden, aus offenem Kreislauf entnommenen Spannung laden. Eine länger als einen Monat ohne Ladung aufbewahrte Batterie könnte Schäden aufweisen. Unter Anwendung eines Voltmeters anhand einer Spannungsmessung den Ladezustand prüfen.
Den Zustand der Batterie immer vorher und 1 - 2 Stunden nach dem Ladeverfahren überprüfen.
Wichtig
Besonders auf die Nachladezeiten achten. Das Nachladeverfahren sofort unterbrechen, wenn sich die Batterie bei einer Berührung als zu heiß erweist. Vor dem Fortfahren des Ladeverfahrens die Batterie abkühlen lassen.
 
Nur mit einem Ladegerät mit konstanter Spannung die Nachladung vornehmen.
Sicherstellen, dass die Verbindung zwischen den Batterieklemmen und dem Ladegerät korrekt ist.
Beim Ladevorgang die nachstehenden Anleitungen befolgen:

Die Schnellladung nur in Notfällen vornehmen.
Längeres Stillliegen der Batterie
Sollte die Batteriespannung 11,5V betragen oder darunter liegen, muss sie nachgeladen werden.
Das Batterieladegerät an die Batterie schließen.
Eine Spannung von 16-17V verwenden.
Sollte der Spannungsmesser keinerlei Variation anzeigen, die Spannung maximal auf 25V steigern.
5 Minuten lang laden.
Wird am Spannungsmesser eine Änderung angezeigt, die Spannung wieder auf 16-17 V bringen, andernfalls die Batterie austauschen.
Einfüllen des Elektrolyts
Die Batterie vom Fahrzeug nehmen.
Achtung
Vor Arbeitsbeginn an der Batterie müssen die entsprechenden Sicherheitsnormen (Abschn. A 3, Allgemeine Sicherheitsvorschriften) beachtet werden.
Das Elektrolyt in der Batterie ist giftig und kann bei Hautkontakt zu Verbrennungen führen, da es Schwefelsäure enthält.
Schutzkleidung tragen und während dem Einfüllen der Flüssigkeit eine Gesichtsmaske und eine Schutzbrille aufsetzen.
Sollte die Flüssigkeit mit der Haut in Kontakt kommen, muss sie ausgiebig mit Wasser abgespült werden. Sollte es zu einem Augenkontakt gekommen sein, sie 15 Minuten lang mit reichlich Wasser ausspülen und sofort einen Augenarzt konsultieren. Sollte sie versehentlich verschluckt werden, viel Wasser oder Milch nachtrinken, dann mit Magnesiummilch, Rühreiern oder Pflanzenöl fortfahren. Die Batterie nicht in die Nähe von Funken, Flammen, Zigaretten oder anderen Wärmequellen bringen, da sie explosive Gase freisetzt.
Während dem Ladeverfahren oder eines Einsatzes der Batterie in geschlossenen Räumen müssen diese gut belüftet werden. Das Einatmen der während des Ladeverfahrens freigesetzten Gase ist zu vermeiden.
AUSSERHALB DER REICHWEITE VON KINDERN AUFBEWAHREN.
 
Die Batterie auf einer ebenen Fläche absetzen. Die Schutzfolie (1) abziehen.
Achtung
Sicherstellen, dass es sich beim Elektrolyt um das spezifisch für Ihre Batterie vorgesehene handelt.
Den Behälter mit dem Elektrolyt aus den Kunststoffbeutel nehmen. Nun die Leiste mit dem Kappen (3) vom am Behälter (2) lösen.
Wichtig
Die Kappenleiste (3) in Reichweite halten, da sie später als Verschlusskappen für die Batteriezellen verwendet werden wird.
Achtung
Die versiegelten Bereiche nicht abschälen oder durchbohren.
 
Den Elektrolytbehälter (2) mit dem Kopf nach unten ausrichten. Die sechs versiegelten Elemente an den sechs Einfüllöffnungen der Batterie ausrichten.
Den Behälter (2) mit so viel Kraftaufwand nach unten drücken, dass die Siegel aufbrechen und die Flüssigkeit einfließen kann.
Hinweis
Den Elektrolytbehälter nicht neigen, so dass es zu keiner momentanen Flussunterbrechung kommt oder gar das Verfahren abgebrochen wird.
Sich darüber vergewissern, dass die Luftblasen in allen sechs Einfüllöffnungen hochsteigen. Den Behälter länger als zwanzig Minuten in dieser Position belassen.
Sollten keine Luftblasen in einer der sechs Öffnungen hochsteigen, leicht auf den jeweiligen Flakonboden klopfen.
Wichtig
Den Behälter nie von der Batterie entfernen. Den Flakon mit der Flüssigkeit nie aufschneiden oder durchlöchern.
 
Sich darüber vergewissern, dass das gesamte Elektrolyt ausgeflossen ist. Leicht auf den Behälterboden (2) klopfen, so dass das vollständige Auslaufen der Flüssigkeit begünstigt wird. Den Behälter (2) vorsichtig von der Batterie abziehen.
Die Leiste mit den Kappen (3), die zuvor vom Elektrolytbehälter (2) entfernt wurde, auf die Batterie setzen. Dabei darauf achten, dass die Leiste alle Einfüllöffnungen für das Elektrolyt gut schließt.
Für Batterien von 3 -12 Ah mindestens 30 min. ruhen lassen.
Für Batterien über 12 Ah mindestens 1 Stunde ruhen lassen.
 
Die Leiste mit den Kappen auf die Einfüllöffnungen setzen ohne sie dabei zu befestigen. Die Batterie den Beschreibungen im Paragraph “Nachladen der Batterie” gemäß nachladen.
Hinweis
Wird ein Batterieladegerät mit automatischer Reduzierfunktion verwendet, muss man sich von der Stromstärke des Ladegeräts überzeugen (Ampere), die dem Standard-Nachladesystem (STD), das auf der Batterie selbst angegeben wird, entsprechen oder darüber liegen muss.
Mit beiden Händen entschieden nach unten drücken, bis die Kappen gut in ihren Sitzen resultieren (Hammerschläge vermeiden).
Batterie
Sicherheitsnormen - Batterie
Achtung
Vor Arbeitsbeginn an der Batterie müssen die entsprechenden Sicherheitsnormen (Abschn. A 3, Allgemeine Sicherheitsvorschriften) beachtet werden. Batterien entwickeln in der Ladephase entflammbare Gase. Während des Ladevorgangs sind daher Funken und freie Flammen von der Batterie fern zuhalten.
Anleitungen für die Anwendung der Batterie
Bei der Batterie handelt es sich um eine hermetisch geschlossene, vollkommen wartungsfreie Batterie, die bei ihrer Installation am Motorrad also keinerlei weitere Eingriffe erfordert.
Hinweis
Die Batterie immer sauber halten. Fett um die Batterieklemmen herum auftragen, so dass sie vor Korrosion geschützt werden.
Achtung
Niemals die Ventilabdeckleiste die im oberen Bereich des Deckels angeordnet ist, entfernen oder anderweitige Flüssigkeiten in die Batterie füllen. Bei einem Bruch der Einheit, des Deckels, der Anschlüsse oder Handhabungen an der Abdeckleiste, muss die Batterie unbedingt ausgewechselt werden.
Wichtig
Sollte das Motorrad länger als 30 Tage nicht benutzt werden, sollte die Batterie abgenommen und an einem frischen und trockenen Ort aufbewahrt werden.
 
Die Batterie immer vor dem ersten Einsatz und insbesondere nach langen Lagerzeiten (vor Verkauf des Motorrads) nachladen.
Ausbau der Batterie
Hinweis
Bei den Bezugsnummern (48) und (44) handelt es sich um die gleichen, die auch auf den Tafeln im Kapitel "Anordnung der Kabel am Motorrad" ” im Abschn. P 1 angegeben werden.
 
Die Sitzbank abnehmen (Abschn. E 3, Abnahme der Sitzbank).
Die Schrauben an den Klemmen (48) und (44) lösen, dabei immer bei der Negativklemme beginnen, dann die Batterie abnehmen.
Montage der Batterie
Die Batterie auf ihren Halter im Tank setzen.
Kontrollieren, dass die Kontakte keine Oxydationen aufweisen und die Schrauben der Klemmen (48) und (44) auf das vorgeschriebene Anzugsmoment (Abschn. C 3, Anzugsmomente - Fahrwerk) bringen, dabei wasserabstossendes Spray auftragen.
Die Sitzbank erneut montieren (Abschn. E 3, Montage der Sitzbank).
Generator
Besteht in einer 12V-Lichtmaschine mit einer Leistung von 520W, die sich aus einem feststehenden Element (Stator, A), welches im Lichtmaschinendeckel angeordnet ist und einem beweglichen Element (Rotor, B), welches fest an der Kurbelwelle liegt, zusammensetzt.
Hinweis
Für die Kontrolle eventueller Defekte am Nachladesystem das Diagnoseinstrument "DDS" verwenden und die Angaben im Paragraph "Kontrolle des Stroms der Nachladeanlage" (Abschn. D 5) befolgen.
 
Der absolute, an den Kabelschuhen von zwei der drei gelben Kabel gemessene Spannungswert (der erhobene Wert ist bei allen Kombinationen der selbe) muss den in der Tabelle aufgegebenen Werten entsprechen.
(Umgebungstemperatur 20 °C)
Wichtig
Vor Testbeginn die Kabel der Lichtmaschine bei ausgeschalteter Zündung (einem auf OFF stehenden Zündschlüssel) von der elektrischen Anlage abziehen.
27±10
78±10
Stark darunter liegende Werte können durch folgende Ursachen erzeugt werden:
Rotor teilweise entmagnetisiert;
Wicklungen im Kurzschluss.
 
In diesen Fällen muss der gesamte Generator (Stator und Rotor) ausgetauscht werden.
Haben die Kontrollen ein positives Ergebnisse erbracht, den Generator erneut an den Regler schließen, immer bei einen auf OFF stehenden Zündschlüssel, und prüfen, das keine beschädigten oder abgelösten Kabel vorliegen.
Abnahme des Generators
Die Kabel der elektrischen Anlage an der Lichtmaschinenseite abziehen (Bezug auf die Tafel im Kapitel "Anordnung der Kabel am Motorrad" im Abschn. P 1 nehmen).
Den Lichtmaschinendeckel, den Stator (A) und den Rotor (B) abnehmen (Abschn. N 8, Abnahme des Lichtmaschinendeckels).
Montage des Generators
Den Rotor (B), den Stator (A) und den Lichtmaschinendeckel montieren.
Die Kabel der elektrischen Anlage an der Lichtmaschinenseite anschließen (Bezug auf die Tafel im Kapitel "Anordnung der Kabel am Motorrad" im Abschn. P 1 nehmen).
Spannungsregler - Gleichrichter
Der Regler (1) ist am Motorradrahmen befestigt.
Der Spannungsregler besteht in einem Aluminiumkästchen, welches die Dioden enthält, die den vom Generator erzeugten Strom gleichrichten. Er enthält darüber hinaus eine elektronische Vorrichtung, die die von der Lichtmaschine abgegebene Stromstärke in Abhängigkeit zur Batteriespannung reguliert.
Bei einer entladenen Batterie weist der Strom den erforderlichen Wert auf, der für die Wiederherstellung der Arbeitsbedingungen des Akkus selbst erforderlich sind.
Andernfalls, wenn die Batterie geladen ist, erweist sich der Stromwert als niedriger.
Hinweis
Mit dem Diagnoseinstrument "DDS" den Nachladestrom kontrollieren und die Angaben im Paragraph "Kontrolle des Stroms der Nachladeanlage" (Abschn. D 5) befolgen.
Ausbau des Reglers
Den Stecker des Reglers vom Hauptkabelbaum lösen (dazu Bezug auf den Abschn. P 1 "Anordnung der Kabel am Motorrad") nehmen.
Die Schrauben (2) des Reglers am Rahmen lösen.
Wichtig
Die Batteriekabel dürfen nicht bei laufendem Motor abgezogen werden, da dabei der Regler in irreparabler Weise beschädigt werden könnte.
 
Montage des Reglers
Den Regler (1) am Rahmen anordnen und mit den Schrauben (2) befestigen.
Die Schrauben (2) auf das vorgeschriebene Anzugsmoment (Abschn. C 3, Anzugsmomente - Fahrwerk) bringen.
Den Stecker des Reglers wieder am Hauptkabelbaum anschließen (Abschn. P 1, Anordnung der Kabel am Motorrad).
Reglersicherung
Die 30 A-Sicherung am Tank schützt den elektronischen Regler. Um an die Sicherung zu gelangen, die Sietzbank abnehmen (Abschn. E 3, Abnahme der Sitzbank), dann den Stecker des Fernschalters (A) lösen.
Eine durchgebrannte Sicherung erkennt man an der Unterbrechung ihres inneren Leitdrahts (B).
Wichtig
Um mögliche Kurzschlüsse verhindern zu können, muss der Austausch der Sicherungen bei einem auf OFF ausgerichteten Zündschlüssel erfolgen.
Achtung
Niemals Sicherungen mit von den festgelegten Leistungen abweichenden Werten verwenden. Eine Nichtbeachtung dieser Norm kann zu Schäden am elektrischen System oder gar zu Bränden führen.